Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

9.5 Umsetzung der Massnahmen

Ausgewählte Firmen für effiziente Energienutzung

9.1 Zielsetzung
9.2 Erfassen der aktuellen Situation
9.3 Vergleichswerte/Schwachstellenanalyse
9.4 Massnahmenplan mit Kosten-Nutzen-Verhältnis
9.5 Umsetzung der Massnahmen
9.6 Erfolgskontrolle

Der nächste Schritt muss die Umsetzung der im Massnahmenplan aufgelisteten Erkenntnisse sein.

Dabei können verschiedene Philosophien angewendet werden:

Minimale Investitionskosten

Es werden nur diejenigen Massnahmen umgesetzt, welche einen Kosten-Nutzen-Faktor von unter 1 aufweisen.

Maximale Einsparungen

Es wird ein ganzes Massnahmenpaket umgesetzt, dessen totales Kosten-Nutzen-Verhältnis gerade 1 beträgt. Die nicht rentablen Massnahmen werden in der Reihenfolge abnehmender Kosten-Nutzen-Faktoren solange gestrichen, bis das ganze Paket die Grenze zur Wirtschaftlichkeit erfüllt. Dabei werden die nicht rentablen Massnahmen durch die sehr günstigen Massnahmen «subventioniert».

Limitiertes Investitionsbudget

Eventuell sind auch die maximal möglichen Investitionen für Massnahmen limitiert. In diesem Fall werden die Massnahmen in der Reihenfolge eines aufsteigenden Kosten-Nutzen-Faktors verwirklicht, bis das Budget aufgebraucht ist.

Die kurzfristigen Massnahmen können wie Unterhaltsarbeiten umgesetzt werden. Dazu ist es wichtig, dass am besten schon vor der Schwachstellenanalyse ein gewisses Budget für solche Massnahmen vorgesehen wird. Für Massnahmen, welche sich durch organisatorische Anpassungen erreichen lassen oder solche bedingen, sind die erforderlichen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zu schaffen.

Die Umsetzung der mittelfristigen Massnahmen erfolgt wie jedes Bau- oder Ausrüstungsprojekt. Nach dem im Massnahmenkatalog die grobe Investitionssumme ermittelt wurde, kann ein entsprechender Kreditantrag gestellt werden. Für die Umsetzung ist ein verantwortlicher Projektleiter zu bestimmen, welcher mit Unterstützung von externen Planern und Firmen für die Umsetzung der Massnahmen und die Einhaltung der Kreditlimite und der Termine verantwortlich ist.

Gleichzeitig müssen effiziente Kontrollinstrumente geschaffen werden, um den Erfolg der Massnahmen überprüfen zu können.

Die langfristigen oder abhängigen Massnahmen werden pendent gehalten. Wichtig ist, dass diese nicht in Vergessenheit geraten, sondern bei der entsprechenden Gelegenheit wirklich umgesetzt werden. Sie sollen auch in die längerfristige Energieplanung und in eventuelle Konzepte eingebunden werden. Vor der Verwirklichung muss dann aber in jedem Fall überprüft werden, ob die damals getroffenen Annahmen und die Voraussetzungen noch stimmen.

Bei allen Massnahmen ist die Umsetzung wesentlich einfacher, wenn von Anfang an alle betroffenen Personen informiert werden und ihre Wünsche, Ideen und Anliegen in die Schwachstellenanalyse einbringen können. Gegen den Willen von Betroffenen eine von aussen aufoktroyierte Massnahmenliste umzusetzen, ist sehr schwierig und führt kaum zum erhofften Erfolg.