Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

7.12 Luftdichtheit, Blower-Door-Test

7.1 Grundlagen der Messtechnik
7.2 Messung elektrischer Grössen
7.3 Temperaturmessung
7.4 Durchflussmessung
7.5 Wärme/Kälte
7.6 Druckmessung
7.7 Luftgeschwindigkeit
7.8 Luftfeuchtigkeit
7.9 Luftqualität
7.10 Lichttechnische Messungen
7.11 Füllstandsmessung
7.12 Luftdichtheit, Blower-Door-Test
7.13 Infrarot-Thermografie
 

Der Blower-Door-Test ist ein Verfahren zur Bestimmung der Luftdichtheit von Gebäuden.

Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird mit dem Werten nL50 und seltener w50 angegeben. Beide Werte geben ein Mass für die Luftdichtheit bei einer Druckdifferenz von 50 Pa zwischen innen und aussen an. Der Wert nL50 gibt den entstehenden Luftwechsel pro Stunde an, der Wert w50 die Luftmenge in Kubikmeter pro Stunde (m³/h), die pro Quadratmeter Geschossfläche zwischen innen und aussen ausgetauscht wird. Für Minergie-P-Häuser (Passiv-Häuser) ist eine Luftdichtheit von nL50 < 0,6 h-1 vorgeschrieben.

Die Luftdichtheit eines Gebäudes kann mit der Blower-door-Methode gemessen werden (Abb. 41). Mit einer anstelle der Eingangstüre eingebauten «Blower-door», d.h. einem Ventilator, wird im Gebäude ein Unterdruck von 50 Pa erzeugt. Über eine Messblende vor oder nach dem Ventilator wird die dabei strömende Luftmenge gemessen, die nach einer kurzen Zeit genau der durch Undichtheiten einströmenden Aussenluft entspricht. Über das Volumen des gemessenen Gebäudes kann der Luftwechsel berechnet werden.

Blower-Door-Test
Abb. 41: Blower-Door-Test

Bei dieser Messung müssen natürlich alle Fenster und Aussentüren geschlossen sein, ebenso die Rauchklappe in einem Cheminée oder andere Öffnungen. Abluftanlagen (z.B. in der Küche oder im Bad) müssen ausgeschaltet sein. Die Türen zu Keller oder unbeheizten Nebenräumen (z.B. Garage) müssen geschlossen, alle anderen Innentüren müssen offen sein. Diese Messung wird von spezialisierten Firmen angeboten.