Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

6.1 Grundlagen

Kapitel: 06 Konzepte

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6.1 Grundlagen
6.2 Energiekonzepte
6.3 Messkonzepte

Was ist ein Konzept?

Ein Konzept ist gemäss Duden ein klar umrissener Plan resp. ein Programm für ein Vorhaben. In der Technik wird darunter eine vertiefte Untersuchung mit Lösungsvorschlägen verstanden: Wie kann ein komplexes Problem mit verschiedenen Beeinflussungsgrössen, Teilproblemen und Lösungsmöglichkeiten am geeignetsten gelöst werden?

Um anspruchsvolle Ziele zu erreichen, sind Konzepte erforderlich. Dies bedeutet, dass die Lösung gefunden werden soll, welche die gestellten Anforderungen am besten erfüllt. Was wiederum impliziert, dass die Anforderungen an die Lösung definiert sind. Zu Beginn der Bearbeitung eines jeden Konzeptes steht die Zielsetzung.

Ein Konzept ermöglicht es, strategische Zielsetzungen umzusetzen, langfristige Anforderungen zu berücksichtigen und verschiedene Lösungsvarianten zu vergleichen und zu bewerten.

Ein Konzept soll zu einer ganzheitlich optimierten Lösung führen. Die verschiedenen Teilprobleme resp. Komponenten eines Vorhabens sollen integral betrachtet werden und die Lösung soll, über das Ganze gesehen, den unterschiedlichen Anforderungen am besten entsprechen.

Konzepte dienen auch dazu, planmässig vorzugehen und eben nicht konzeptlos. Die parallel oder zeitlich gestaffelten Schritte oder Vorhaben zur Lösung eines Problems resp. zur Erreichung eines Zieles werden koordiniert und übergreifend untersucht. Ein Konzept ist ein gut überlegtes und klar definiertes Programm für ein Vorhaben.

Konzepte definieren die Lösungsmöglichkeiten resp. das Vorgehen und zeigen unterschiedliche Lösungsvarianten auf. Ein wichtiger Teil der Konzeptarbeit ist deshalb Kreativität und Innovation. Beides braucht eine kontrollierte Risikobereitschaft, um neue Wege in Betracht zu ziehen.

Ein Konzept soll also sowohl dazu führen, dass strategisch und langfristig richtige Entscheide gefällt werden, als auch dazu, dass die gestellten Anforderungen oder Ziele bestmöglich erreicht werden.

In der Konzeptphase entscheidet sich meistens der Erfolg oder Misserfolg eines Vorhabens. Die Kosten resp. die Erfolgsfaktoren werden massgebend bestimmt, mit minimalen Ausgaben im Vergleich zu den folgenden Phasen eines Projektes. Fehler im Konzept oder Versäumnisse beim Suchen nach der bestmöglichen Lösung lassen sich in den nachfolgenden Phasen eines Projektes meistens nicht mehr beheben oder aufholen.

Die Abb. 9 zeigt diesen bekannten Zusammenhang. In der Phase der strategischen Planung sind noch kaum Kosten aufgelaufen. Hier aber sind die Möglichkeiten, die Kosten eines Projektes zu beeinflussen, am grössten. Während der Projektrealisation (z.B. der Bauphase) können die Kosten kaum mehr wesentlich beeinflusst werden, insbesondere nicht nach unten.

Qualitative Möglichkeiten der Kostenbeeinflussung in den verschiedenen Projektphasen
Abb. 9: Qualitative Möglichkeiten der Kostenbeeinflussung in den verschiedenen Projektphasen

In der Betriebsphase eines Gebäudes können die Kosten des Gebäudebetriebs wieder mehr beeinflusst werden. Die Entscheide und Lösungen, welche in der Konzeptphase erarbeitet wurden, haben aber einen wesentlich grösseren Einfluss auf die Betriebskosten. Da innerhalb von 10 bis 20 Jahren die Betriebskosten eines gewerblichen Gebäudes die Investition zur Erstellung übertreffen, sind die Entscheide in der Konzeptphase von grösster Bedeutung.