Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

3.6 Energiemanagementmodell

Ausgewählte Firmen für Energiemanagement

3.1 Entscheidungsfindung im Energiemanagement
3.2 Aufgaben des Managements
3.3 Bedeutung des Facility Managements
3.4 Bedeutung der Kommunikation
3.5 Ziele und Hemmnisse zur Durchführung von Energiemanagement
3.6 Energiemanagementmodell
3.7 Vorgehen bei Neubauten und bestehenden Gebäuden
3.8 Reporting

Energiemanagement (EM) ist aufgrund der Definition die Summe aller erforderlichen Massnahmen, um eine Organisation mit Energie zu versorgen, den effizienten Einsatz der Energie zu gewährleisten und negative Umweltauswirkungen zu verringern, sowie die Kosten für die Energieversorgung zu reduzieren und anforderungsgerecht zu erfassen und zu verrechnen.

Die Synthese aus den bisher diskutierten Aspekten ist eine Beziehung der unterschiedlichen Einflüsse auf den Erfolg des Energiemanagements. Die nachfolgende Modellgleichung fasst diese zusammen und verdeutlicht die Abhängigkeiten.

Energiemanagement Modellgleichung

EEM = Erfolgsfaktor Energiemanagement

Die Gleichung zeigt, dass der Erfolg von Energiemanagement das Produkt ist von allen Vorteilen, die sich daraus ergeben, multipliziert mit dem gezeigten Engagement und der Systematik. Die Zahl und Intensität der Hemmnisse erhöht oder vermindert den Erfolg des Energiemanagements.

Die Einflussgrössen Vorteile und Hemmnisse sind aufsummierte Sammelparameter und immer im Einzelfall zu interpretieren, aber gleichartig zu messen. Engagement und Systematik können zwischen Null (0, gar kein Engagement resp. Null Systematik) und Eins (1, maximales Engagement resp. ideale Systematik) liegen.

Zu den wesentlichen Vorteilen des Energiemanagements zählen:

  • Insbesondere Kosteneinsparungen
  • Transparenz zu Verbräuchen und Kosten
  • Imagegewinn und Wettbewerbsvorteil
  • Effizienter Energieeinsatz

Die Vorteile müssen klar einen Mehrwert für die Unternehmung bringen. Sind die Vorteile minimal, wird auch das Energiemanagement keinen Erfolg bringen (siehe Energiemanagement-Modellgleichung). Ohne Vorteile wird gar kein Energiemanagement umgesetzt.

Das Engagement zielt insbesondere auf die Managementebene eines Unternehmens ab. Besteht kein wirkliches Umsetzungsinteresse, kein Budget, keine strategischen Überlegungen oder Vorgaben und keine Unterstützung für die Einführung und langfristige Durchführung von Energiemanagement, so scheitert dieses Vorhaben, wie die Energiemanagement-Modellgleichung klar aufzeigt.

Mit Systematik ist gemeint, dass die Ein- und Durchführung von Energiemanagement genau und systematisch geplant werden muss. Sämtliche Abläufe sind festzuhalten und alle Installationen sind genau zu erfassen und zu dokumentieren. Beispielsweise ist das Ergebnis eines Messkonzeptes letztlich eine exakte Liste, wo sich welche Messstelle befindet und was dort wie gemessen wird. Diese Prozesse müssen dauerhaft aufrechterhalten werden. Ohne diesen dauerhaften Aufwand sind keine aussagekräftigen Messreihen und damit keine klare Transparenz der energetischen Situation aufrechtzuerhalten. Mit anderen Worten können so teuer installierte Messstellen im Endeffekt wertlos sein, wenn nicht systematisch und dauerhaft vorgegangen wird. Tritt ein solcher Fall ein, ist das durchgeführte Energiemanagement wertlos, wie die Energiemanagement-Modellgleichung klar zeigt.

Es ist einleuchtend, dass Hemmnisse jeglicher Art den Erfolg von Energiemanagement mindern oder sogar verhindern können. Bedeutende Hemmnisse sind

  • Zu hohe Initialkosten
  • Fehlende Informationen
  • Fehlendes Management und Interesse
  • Energiekosten sind nicht relevant

Je mehr solcher Hemmnisse vorhanden sind, umso deutlicher zeigt die Energiemanagement-Modellgleichung, dass sich ein Erfolg des Energiemanagements nicht einstellen kann. Positiv ausgedrückt, zeigt sich, dass, wenn keine Hemmnisse vorhanden sind, der Erfolg unter der Voraussetzung, dass die anderen Sammelparameter erfüllt sind, absolut gegeben ist.

Da jedes Gebäude in Kombination mit der jeweiligen Nutzerorganisation ein Einzelfall ist, sind die vier Sammelparameter auch immer unterschiedlich stark ausgeprägt und beeinflussen sich gegenseitig. Sind beispielsweise das Engagement und die Disziplin hoch, aber die Vorteile nicht vorhanden und zusätzlich noch Hemmnisse vorhanden, wird das Energiemanagement trotzdem wenig erfolgreich sein. Mithilfe der Energiemanagement-Modellgleichung können beliebige Zusammenhänge illustriert werden. Erst wenn die Dividenden gut erfüllt sind und der Divisor klein ist, wird das Energiemanagement einen hohen Wert erreichen, der einerseits einen hohen monetären Wert und andererseits einen hohen qualitativen Wert darstellen kann.