Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

2.2 Energiemanagementsystem: Definition

Kapitel: 02 Grundlagen
2.1 Energiemanagement: Definition
2.2 Energiemanagementsystem: Definition
2.3 Methodisches Vorgehen
2.4 Physikalische Grundlagen im Energiemanagement

Die international gültige Norm ISO 50001 «Energiemanagement», die am 15. Juni 2011 von der International Organization of Standardization (ISO) veröffentlicht wurde, definiert die Einführung eines Energiemanagementsystems in einer Organisation. Sie ersetzt die zuvor gültige EN 16001. Demnach ist ein Energiemanagementsystem (EnMS) die:

«Gesamtheit miteinander zusammenhängender oder interagierender Elemente zur Einführung einer Energiepolitik und strategischer Energieziele, sowie Prozesse und Verfahren zur Erreichung dieser strategischen Ziele».

Der Leitfaden der DENA zur SN EN ISO 50001 (2012) beschreibt ein Energiemanagementsystem wie folgt:

«Ein Energiemanagementsystem (EnMS) dient der systematischen Erfassung der Energieströme und als Basis zur Entscheidung für Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Ein funktionierendes EnMS versetzt ein Unternehmen in die Lage, die in der Energiepolitik eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten und seine energetische Leistung durch einen systematischen Ansatz kontinuierlich zu verbessern.

Ein EnMS beinhaltet alle Elemente einer Organisation, die zur Erstellung einer Energiepolitik, der Festlegung der strategischen Ziele und der Erreichung dieser Ziele nötig sind. Es umfasst damit die zur Verwirklichung des Energiemanagements erforderlichen Organisations- und Informationsstrukturen einschließlich der hierzu benötigten Hilfsmittel. Durch ein EnMS werden die Energiepolitik (einschließlich der strategischen und operativen Ziele und der Aktionspläne), die Planung, die Einführung und das Betreiben, das Überwachen und Messen, die Kontrolle und Korrektur, interne Audits sowie eine regelmäßige Überprüfung durch das Management gestaltet und ausgeführt.»

In dieser Publikation wiederum soll ein Ansatz gewählt werden, der nicht nur die Energieeffizienz in den Vordergrund stellt. Jede Organisation sollte eine von der obersten Managementebene getragene Energiepolitik formulieren und entsprechende Ziele festlegen. Neben Energieeffizienz können auch die Ziele betreffend Energieversorgungssicherheit, Emissionen (Treibhausgase und Schadstoffe), Nutzung von regenerativer Energie und natürlich wirtschaftliche Randbedingungen festgelegt werden. Um diese Ziele sicher zu erreichen und deren Erreichung zu überwachen, muss ein Energiemanagementsystem eingeführt werden. Nach heutiger Auffassung ist dieses analog zu Qualitätsmanagementsystemen (ISO 9001) oder Umweltmanagementsystemen (ISO 14001) aufzubauen. Es sollte eine Beauftragung an eine Person erfolgen, welche dem Stab für Managementsysteme unterhalb der Leitungsebene der Organisation angegliedert ist. Diese Person sollte von einem Energieteam unterstützt werden. Dieses Energieteam sollte alle wesentlichen Organisationseinheiten der Unternehmung repräsentieren. Die Organisationseinheit, welche für die Facility-Services zuständig ist und insbesondere die Räume und Infrastruktur zur Verfügung stellt, sollte besonderes Gewicht im Energieteam haben.