Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

11.1 Grundlagen

11.1 Grundlagen
11.2 Wirtschaftlichkeit ganzheitlich
11.3 Kosten und Erträge von Energiesystemen
11.4 Berechnung der Kosten

Massnahmen zur sparsamen und rationellen Energienutzung werden im Allgemeinen dann durchgeführt, wenn sie Kosteneinsparungen bringen. Bei der Realisierung solcher Verbesserungen wird stets die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen haben zum Ziel, Kosten und Nutzen resp. Erträge unterschiedlicher Massnahmen oder Investitionen für einen bestimmten Zweck zu vergleichen, um einen optimalen Einsatz der Mittel zu erreichen. Damit soll ein bestimmtes Ziel mit möglichst geringem Aufwand oder mit minimalem Aufwand ein möglichst hoher Ertrag erzielt werden. Zu bedenken ist, dass Wirtschaftlichkeit immer nur ein Kriterium darstellt. Viele andere Gründe können für die Wahl einer energieoptimierten Lösung oder für das Realisieren eines Einsparpotenzials sprechen.

Wenn die Kosten für eine Massnahme zur Energieeinsparung kleiner als die Erträge resp. die Einsparungen sind, ist deren Wirtschaftlichkeit gegeben.

Bei der Wahl eines Energiesystems wird oft in erster Linie auf tiefe Investitionen und erst in zweiter Priorität auf tiefe Jahreskosten geachtet. Der Kauf eines billigen Systems, welches nachgelagert einen hohen Energieverbrauch und/oder entsprechende Kosten und ökologische Schäden verursacht, ist aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht eine schlechte Investition in die Zukunft. Die echte Wirtschaftlichkeit eines modernen Energiesystems beruht demgegenüber auf dem Prinzip der Kostenwahrheit sowie der Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus einer Anlage. Das heisst, die Betriebs-, aber auch die externen Kosten werden mit einbezogen. Letzteres geschieht durch die Verwendung von kalkulatorischen Energiepreiszuschlägen in der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Die technischen Voraussetzungen für den breit gefächerten Einsatz von erneuerbarer Energie sind heute gegeben. Tendenziell steigende Energiepreise, neue Abgaben und tiefe Zinsen machen solche Lösungen oft betriebswirtschaftlich interessant, was auch ökologisch und volkswirtschaftlich optimal ist. Die Folgekosten durch Belastungen von Luft, Boden und Wasser, Schäden an Gesundheit, Natur und Umwelt können so verringert werden. Ziel der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist es, zur Umsetzung der ökonomisch und ökologisch sinnvollsten Systemlösung beizutragen.

Unter dem Oberbegriff «Energiesystem» ist die ganze Prozesskette von der Gewinnung der natürlichen Energievorräte (Primärenergie), über alle Transport- und Umwandlungsprozesse bis hin zur Energie-Dienstleistung (Nutzenergie) zu verstehen, welche dem Endnutzer dient.