Energiemanagement bei Planung und Betrieb von Gebäuden

Vorwort

Im Sommer 2011 entschieden Bundesrat und Parlament, stufenweise aus der Kernkraft auszusteigen. Zudem besteht die Verpflichtung, den Ausstoss an Treibhausgasen (insbesondere CO2) einzuschränken. Aus diesen Gründen wird eine Energiewende gefordert. Dazu wurde durch den Bundesrat eine Energiestrategie 2050 ausgearbeitet. Gemäss Botschaft des Bundesrates sollen bis 2035 folgende Massnahmen umgesetzt werden:

  • Energie- und Stromverbrauch senken (Energieeffizienz fördern)
  • Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energie
  • Zugang zu den internationalen Energiemärkten sicherstellen (Energie-Aussenpolitik)
  • Um- und Ausbau der Stromübertragungsnetze und Energiespeicherung
  • Verstärkte Energieforschung
  • Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
  • Internationale Zusammenarbeit fördern

Bis 2013 hat der Bund erste konkrete Massnahmen umgesetzt, diese betreffen namentlich Anforderungen an die Effizienz von Geräten, das Gebäudeprogramm zur Unterstützung von energetischen Sanierungen und die Energieforschung.

Um den Ausstoss an Treibhausgas-Emissionen und die Importabhängigkeit zu verringern, muss auch der Verbrauch fossiler Energieträger stark reduziert werden. Hier steht in erster Linie der Heizwärmebedarf der Gebäude im Fokus. Die Kantone wollen deshalb die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) von 2008 verschärfen. Daneben gilt es, auch den Verbrauch an Treibstoffen im Verkehr einzudämmen.

Weitere Massnahmen zur Energiestrategie 2050 müssen im politischen Prozess beschlossen und verabschiedet werden. Viele davon betreffen den Verbrauch oder die Erzeugung von elektrischem Strom.

Auf der politischen und wissenschaftlichen Ebene wird immer noch diskutiert, welche Massnahmen genau umzusetzen sind und wie die Energiestrategie bis ins Jahr 2050 im Detail auszusehen hat. Konsens herrscht jedoch in der Frage der Energieeffizienz: Jede eingesparte Kilowattstunde Energie entschärft die Probleme. Energieeffizienz muss daher immer die erste aller Massnahmen sein. Ein im Betrieb eingeführtes Energiemanagementsystem und das operative Energiemanagement sind die Voraussetzungen für eine verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden und Prozessen. Diese Publikation soll helfen, diese Aufgaben systematisch anzugehen und methodisch korrekt umzusetzen. Der Erfolg wird ein nachhaltig tieferer Energiebedarf sein sowie verbesserte Versorgungssicherheit, eine verringerte Abhängigkeit vom Ausland, tiefere Emissionen und ein besseres Image der Unternehmung. Die Erreichung von Zertifikaten für ein Umwelt- und Energiemanagementsystem oder eines Gebäudelabels wird erleichtert. Mit Energiemanagement können so Kosten eingespart und der Wert des Unternehmens und der Gebäude gesteigert werden.